19.11.2009

Alle zwei Wochen

Alle zwei Wochen schickt die ehrenamtliche Rumänienhilfe der St. Clemens Hospitale einen Lastwagen vollgepackt mit Hilfsgütern nach Rumänien. Zweimal im Jahr, so wie jetzt am Samstag, den 21. 11. 2009, fährt ein Konvoi mit mehr als 10 LKW vollgeladen mit Hilfsgütern nach Ciacova/Rumänien.

"20 Jahre aktive Hilfe und bürgerliches Engagement sind trotz der sich zwischenzeitlich eingestellten Routine immer noch ein logistisches Abenteuer", so Hans Rosenkranz, Leiter der ehrenamtlichen Gruppe.

"Ohne die Hilfe der vielen ehrenamtlichen Kräfte in den Pfarreien und Verbänden vor Ort, aber auch außerhalb von Oberhausen, von Firmen und Speditionen, wäre so ein Projekt über einen so langen Zeitraum nicht möglich", so Prälat Bernward Mezger, Propst der Clemens-Pfarrei.

Trotz EU-Beitritt, die Lebensverhältnisse in den ländlichen Gebieten sind für uns unvorstellbar. Durch die Konjunkturkrise werden die wenigen Ansätze von zumindest Annäherung an europäischen Standard wieder zerstört, da der Kampf um die tägliche Existenz wieder im Mittelpunkt steht.

Demzufolge liegt bei dem 39. Konvoi nach Rumänien der Schwerpunkt wieder auf Lebensmitteln und Bekleidung. Von den rund 180 Tonnen, die geladen worden sind, werden rund 80 Tonnen zu verteilende Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Butter, Mehl und Kindernahrung sein.

"Spenden vieler Firmen", so Hans Rosenkranz, "die aus ganz Deutschland zusammengefahren wurden. Besonders die Kinder in den armen Bergregionen der Banater-Berge wird es freuen, dass, wie schon seit Jahren, englische, holländische und deutsche Kinder wieder an sie gedacht und einen großen Sattelauflieger mit Weihnachtspaketen gepackt haben. Diese werden dieses Mal durch einen Nikolaus aus England verteilt.

Auch die Krankenhäuser in der Umgebung von Temesvar werden wieder mit Unterstützung rechnen dürfen. Neben medizinischen Geräten erhalten sie Spritzen, Kanülen, Medikamente und OP-Bekleidung sowie lang ersehnte Matratzen.

Ein besonderes Anliegen der 26 Fahrer und Begleiter ist das Krankenhaus in Marila, in dem chronisch Kranke in der Regel auf ihren Tod warten. Hans Rosenkranz berichtet: "In zwei Etagen des baufälligen, teilweise zerfallenen Gebäudes sind rund 120 Patienten in 6-7-Bett-Zimmern untergebracht. In kahlen Krankenzimmern liegen die Patienten in zerlumpter Bettwäsche. Die Wasch- und Toilettenräume der Station sind eigentlich unbenutzbar. Aus den offenen Leitungen kommt kein Wasser. Schöpflöffel werden genutzt, um aus einem abgestoßenem Emailletopf Wasser zu schöpfen, auch für das "Spülen" der Notdurft. Die Frauen und Männer, die in weißen Kitteln die die Flure "bewachen", haben genug damit zu tun, die alltägliche Routine, wie füttern, waschen, Ordnung halten zu bewerkstelligen."

"An Aufmerksamkeit für den Einzelnen, an Betreuung und Beschäftigung ist dabei nicht zu denken", ergänzt Prälat Bernward Mezger die Schilderung. Manch gestandenem Fahrer der Rumänienhilfe stehen Tränen in den Augen nach dem obligatorischen Besuch in Marila. Sie haben vor ihren Augen noch das Aufblitzen von Freude in den ansonsten trostlosen Augen der Patienten, wenn sie ein Weihnachtspaket mit einer Orange und Lebkuchen überreichen.

Am 29.11.2009 wird der Konvoi wieder in Oberhausen zurück erwartet.